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Was sind Translation-Memory-Systeme

Ferman Alkasari | August 2024

Teil 2: Optimieren Sie Ihre Translation-Memory-Systeme.

Translation-Memory-Systeme sind großartige Lösungen für bessere und effizientere Übersetzungen. Nach der kurzen Einführung im ersten Artikel Teil (hier geht es zum Artikel Teil I) lernen Sie hier, wie Sie Translation-Memory-Systeme und CAT-Tools optimal nutzen.

Hier sind einige Gedanken, die Übersetzungsverfahren verbessern, bessere Texte produzieren und Übersetzungskosten verringern. Was gilt jetzt dabei zu beachten?

  1. Je größer ein Translation-Memory (TM), desto besser? Klar! Denn jede neue Übersetzungs-Einheit („translation unit“: Segment mit ausgangssprachlichem und dem entsprechenden zielsprachlichen Text) im TM kann später in einem neuen Projekt Hilfe leisten. In anderen Worten je mehr Sie übersetzen, desto mehr sparen Sie! Aber dafür gilt es, dass das TM im gleichen (Fach-)Gebiet und kundenspezifisch benutzt werden sollte. Denn was nutzt eine Übersetzung, wenn Vokabular, Stil oder weitere sprachliche Aspekte im ungeeigneten Kontext verwendet werden. In der ernährungswissenschaftlichen Medizinforschung sagen Ärzt:innen, Kalorie ist nicht gleich Kalorie. Ähnliches gilt auch für Übersetzungen; Wort ist nicht gleich Wort und Satz ist nicht gleich Satz.
  2. Nutzen Sie Primär- und Sekundär-TMs: Damit die TMs von anderen Kund:innen Ihnen überall helfen können, selbst wenn diese nicht für dieselben Kund:innen erstellt wurden, können Sie einige dieser TMs als Übersetzungshilfe nutzen, ohne dabei die neuen Übersetzungen in die kundenfremden TMs einzuspeisen. So können Sie bei den jeweiligen Kund:innen die Funktionen „Schreiben“ und „Lesen“ aktivieren und bei den „helfenden“ TMs nur die Funktion „Lesen“ aktivieren
  3. Vertrauen Sie nicht blind auf alte TM-Übersetzungen: Zwar wurden diese Segmente schon übersetzt, aber jeder neuer Text muss den neuen Anforderungen der Kund:innen erfüllen. Daher müssen auch bereits übersetzte Segmente kritisch betrachtet, neu ausgewertet und – je nach Text – in die neue Übersetzung übernommen oder abgelehnt werden.
  4. Kund:innen-Vokabular ist sowohl intern als auch extern die linguistische Fassade jeder Firma. Wir haben ja alle von der Wichtigkeit der Corporate Identity gehört. Daher ist es von enormer Wichtigkeit, das TM nach Kund:in getrennt zu erstellen und Styleguides einzubeziehen. Somit können Sie als Übersetzer:in den Anforderungen Ihrer Kund:innen gerecht werden. Dazu ist der Schutz von Kund:innendaten unabdingbar und da gilt es, diesen Schutz in die Arbeitsverfahren zu integrieren. Das bringt uns zum nächsten Punkt.
  5. Verwenden Sie Terminologiedatenbanken (Termbank/ „term base“/ „translation glossary“/ „localization glossary“): Einheitliche Terminologie ist in Texten als Teil intertextueller Arbeiten von großer Bedeutung, deswegen ist eine gute Terminologiedatenbank wichtig. Sie fungiert als Konsistenzerzeuger, verringert Missverständnisse und erhöht die Präzision über viele Texte hinaus, in anderen Worten intertextuell, wie bei projektspezifischen Termini, Fachbegriffen, Akronymen, Produktnamen und Unübersetzbaren. Der Import bereits vorhandener Glossare ist daher ein guter Anfang.
  6. Nutzen Sie die integrierten SchnittstellenMaschinelle Übersetzung“ (MÜ) („Machine Translation“ (MT)) in CAT-Tools, denn sie können immens bei der aktiven Übersetzungsarbeit helfen. Aber hier ist große Vorsicht geboten, da das Einspeisen maschinell erzeugter Übersetzungen ohne Überprüfung die Qualität des TM verringern werden. Das ist aktuell auf jeden Fall zu befürchten. Am besten werden die Übersetzungen der MÜ als Vorschläge wahrgenommen und einzeln und passend ins aktuelle Projekt (eine Art Schritt im Light- oder Full-Post-Editing-Prozess) integriert. Hier ist es auch zu empfehlen, solche Übersetzungen noch von einer weiteren Person lektorieren bzw. überprüfen zu lassen. Hier kommt es manchmal vor, dass es durch die plausibel klingende Übersetzung der MÜ Fehler übersehen werden.
  7. Führen Sie immer die Qualitätssicherung („LQA – Linguistic Quality Assurance“) durch: Den Text auf Fehler zu prüfen, gehört zu den essenziellen Schritten des Übersetzungsprozesses dazu. Denn es kann immer passieren, dass der eine oder andere Fehler – egal welcher Art – durch Automatismen des TM-Systems entdeckt, aber von humanen Übersetzer:innen und/oder Lektor:innen übersehen wird.
  8. Verwenden Sie die integrierten E-Mail-Schnittstellen, um direkt vom Tool den E-Mail-Verkehr zu pflegen. Dazu können Sie E-Mail-Vorlagen nutzen und noch mehr Arbeitszeit sparen. Im Idealfall wäre es, andere E-Mail-Clients – wie es bei jedem anderen Dienst ein Backup-Plan – nutzen zu können. So sind Sie von dem CAT-Tool nicht komplett abhängig, falls irgendwas schiefgeht wie z. B. ein Serverabsturz.
  9. Nutzen Sie die automatische Rechnungsstellungsoption, um den Zeitaufwand für Buchhaltungsaufgaben so klein wie möglich zu halten.
  10. Arbeiten Sie kollaborativ und kooperativ im Tool: Wenn das Team aus Übersetzer:innen, Lektor:innen und Projektmanger:innen zusammen im gleichen Tool arbeiten und kommunizieren, wie z. B. am gleichen Text arbeiten, Textstellen markieren, kommentieren und nach Lösungen suchen, können sie durch parallele, direkte und transparente Team-Arbeit bessere und effizientere Workflows die Produktivität und Qualität steigern. Das bedeutet auch, den Fortschritt des jeweiligen Projekts im Auge zu behalten.
  11. Erstellen Sie immer eine Cloud-Backup-Kopie der Projektdatei (z. B. die XLIFF-Datei mit allen Projektinformationen und -einstellungen) bzw. lassen Sie automatische Cloud-basierte Backups erstellen. Wir haben es alle erlebt, dass irgendeine Arbeit durch Hardware-, System- und/oder Server-Fehler weg ist. Das kann leider schnell ungemütlich werden und ganze Projekte von Kund:innen durcheinander bringen. Was würden Sie tun, wenn Sie keine Backups haben?! Daher ist das unabdingbar.

Haben Sie andere Ideen zur Optimierung der Arbeit mit Translation-Memory-Systemen? Erzählen Sie uns davon!